
Naht das Ende der Abzocker? Immerhin scheint sich die Staatsgewalt nunmehr verstärkt um das Problem zu kümmern.
Zwei aktuelle Fälle zum Beweis:
1.) Flirt-SMS-Betrüger werden angeklagt
"Am Dienstag hat die Kieler Staatsanwaltschaft wegen millionenfacher Abzocke mit betrügerischen Flirt-SMS gegen zehn mutmaßliche Betrüger Anklage erhoben", berichtet die Zeit. Gewerbsmäßiger Bandenbetrug wird ihnen vorgeworfen.
Die Masche war einfach, aber genial:
Massenhaft versandte E-Mails versprechen heiße Flirts per SMS mit tollen Frauen oder Männern. Angelockt von solchen Versprechungen zahlten rund 700.000 Flirtwillige 1,99 Euro pro SMS. Dafür erhielten sie keine Nachricht der hübschen Blondine oder des muskelbepackten Beaus, sondern Antworten von angestellten Animateuren. Die schrieben immer genau das, was das Gegenüber hören respektive lesen wollte und brachten diese so dazu, noch mehr SMS zu senden - wieder für 1,99 Euro. [Spiegel Online hatte bereits Anfang 2007 hierüber berichtet: "Das schmutzige Geschäft mit der Einsamkeit"]
Der Schaden? Unglaubliche 57 Millionen Euro! Das heißt, dass 28.500.000 SMS gesandt wurden in der Hoffnung auf ein Happy End - ohne wirkliche Chance darauf zu haben.
Und da sage noch mal einer, Spam lohne sich nicht...
[Update, 17.09.2009]: Seit dem heutigen Donnerstag läuft der Prozess in Kiel, wie u.a. die Frankfurter Rundschau meldet.
2.) Kripo bei der Collector GmbH, Staatsanwaltschaften ermitteln
So berichtet das neue Blog "Inside mega-downloads.net", in dem ein ehemaliger Geschäftsführer und Insider über die Machenschaften rund um Abzock-Seiten wie mega-downloads.net, die BWL Letter & Support GmbH sowie den Inkassobetreiber Frank Babenhauserheide schreibt, dass bei der ebenfalls beteiligten Firma Collector GmbH offenbar die Kriminalpolizei vor der Türe stand.
Auch die Staatsanwaltschaften Detmold und Hannover sind eingeschaltet - letztere bittet um Mithilfe durch Geschädigte der ebenfalls beteiligten Firma L & H GmbH.





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