03.08.2009

Software soll vor Abzocke schützen - hoffentlich hilft´s!

Das wird der Content Services Ltd., der Belleros Premium Media Limited und anderen aber gar nicht schmecken.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Computerbild bieten eine kostenlose Software an, die das Ansurfen von bereits bekannten Abzockseiten wie z.B. opendownload.de, softwartesammler.de u.ä. verhindern soll.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Eine Software wird installiert, die sich in den Browser integriert; Internet Explorer und Firefox werden unterstützt, jedoch nur unter Windows. Versucht man dann, eine bereits als Abzock-Seite bekannte Webseite aufzurufen, wird ein Stopp-Schild eingeblendet (nicht zu verwechseln mit dem Zensursula-Schild). Man kann dann selbst entscheiden, ob man auf die Seite besuchen will oder nicht.

Woher weiß das Programm, dass die Seite suspekt ist?

Von der Redaktion der Computerbild wird eine Datenbank mit suspekten Seiten geführt und (hoffentlich) redaktionell bearbeitet. Die eingegebene oder per Klick auf einen Link angesurfte Adresse wird mit dieser Datenbank abgeglichen - wird die Seite in der Datenbank gefunden, wird die Warnung ausgegeben.

Die Nutzer der Software können dabei helfen, die Datenbank zu erweitern, indem sie suspekte Seiten melden. Dabei müssen sie für ihre Vermutung einen Grund angeben, den eigenen Namen und eine E-Mail-Adresse. Dies soll wohl Missbrauch verhindern, könnte aber auch gegen den datenschutzrechtlichen Grundsatz der Datensparsamkeit verstoßen... Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Funktion auch missbraucht werden kann.

Gewarnt wird übrigens nicht nur bei den üblichen Abzock-Seiten, sondern auch in folgenden Fällen:


  • Preistäuschung
    Das Angebot erweckt durch Aufmachung und Werbung den Eindruck einer Gratis-Leistung.




  • Verschleierung
    Der Preis für das Angebot wird nicht eindeutig genannt oder ist leicht zu übersehen: Die Kosten stehen etwa nur klein auf der Seite oder versteckt in den Geschäftsbedingungen.




  • Vertragsfalle
    Der Dienst will Nutzern ein mehrmonatiges Abo oder einen kostenpflichtigen Zugang unterjubeln.




  • Wucher
    Der Preis für das Angebot ist überteuert. Niemand würde so viel Geld dafür zahlen, wenn der Preis klar zu erkennen wäre.




  • Wertlosigkeit
    Die angebotenen Informationen gibt es im Internet auch kostenlos. Oder es geht um sinnlose Tests, etwa "Wie reich wirst du?"




  • Datenpreisgabe
    Für die Nutzung des Angebots werden Name und Adressdaten abgefragt.

  • Diese Kriterien sind teilweise ein wenig weit (was sind "sinnlose Tests"?) oder kommen für viele Seiten in Frage (Name und Adressdaten werden, wie gesagt, ja auch für den "Abzock-Schutz verlangt). Aber ich möchte mal nicht zu kritisch sein. Auch wenn ich sonst nicht so gerne auf ein Angebot der (Computer)Bild verweise. Ich denke, die Idee dahinter ist gut.

    Dennoch ein Wort zum Schluss: Auch wenn man die Software installiert, sollte man nicht sein Hirn beim Surfen ausschalten. Denn nicht jede Seite, die möglicherweise in eine Internetfalle führt, ist bereits in der Datenbank vorhanden. Man tut also gut daran, immer zunächst selbst genau hinzuschauen, bevor man seine Daten angibt bzw. eine Bestellung auslöst...

    Eine Übersicht über die Funktionen und eine Downloadmöglichkeit gibt es hier.

    Hier auch noch die Pressemeldung des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

    1 Kommentare:

    1. Es gibt auch eine bereits bewährte Software, http://www.mywot.com/de.

      Gruß
      Gegen-Abzocke.com-Team

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