Gleich zwei Meldungen der letzten Woche ließen da aufhorchen:
- Slogan "So wichtig wie das tägliche Glas Milch"
Die Wettbewerbszentrale meldet, das Oberlandesgericht Stuttgart habe mit Urteil vom 03.02.2011, Aktenzeichen: 2 U 61/10, einem Milchproduktehersteller verboten, mit dem Slogan „So wichtig wie das tägliche Glas Milch“ für einen Früchtequark zu werben. Der Verbraucher könne aufgrund der Werbung nämlich glauben, man könne seinem Nachwuchs anstelle eines Glases Milch einfach einen Früchtequark vorsetzen und hätte dieselbe Wirkung erzielt. Der Quark enthalte jedoch eben nicht dieselben Inhaltsstoffe: Zwar sei der Gehalt an Kalzium gleich, jedoch enthalte der Quark ein Mehrfaches an Zucker.
Es reicht diesbezüglich nach dem Urteil auch nicht aus, die Eltern an dieser Stelle auf die Zutatenliste zu verweisen - das hatte die Vorinstanz noch so entschieden.
- Mutter geschockt: Nutella ist gar nicht so gesund und nahrhaft?
Eine Mutter hatte ihrem Sohn wohl des Öfteren Nutella zu essen gegeben, weil sie der Werbung glaubte, die da den Brotaufstrich als "gesundes und nahrhaftes Frühstück" ("healthy, nutritious and balanced breakfast for children") anpries. Erst später stellte sie "geschockt" fest, wieviel Zucker und gesättigte Fette die Nuss-Nougat-Creme enthalte:
"Nutella, however, contains 70% saturated fat and processed sugar by weight," the complaint reads. "Both of these ingredients significantly contribute to America's alarming increases in childhood obesity, which can lead to life-long health problems." The complaint alleges that the plaintiff was "shocked" when she learned that Nutella was not healthy and "was the next best thing to a candy bar."Jetzt ist wohl im U.S. District Court for the Southern District of California eine Klage anhängig gemacht worden. Damit soll aber nicht nur der verwendete Slogan für unrechtmäßig erklärt werden. Vielmehr möchte die Mutter in einer Sammelklage erreichen, dass alle US-Bürger entschädigt werden sollen, die seit Januar 2000 ein- oder mehrmals Nutella-Produkte gegessen hätten.
Das könnten eine ganze Menge gewesen sein...
Unabhänging davon, dass ähnliche Prozesse in Deutschland letztendlich wohl glimpflicher ablaufen würden als in den USA, sollten Sie bei Werbung für Lebensmittel oder Lebensmittelzusätzen, insbesondere wenn sie für Kinder gedacht ist oder die Gesundheit in den Focus stellt, genau prüfen, ob dies wettbewerbsrechtlich zulässig ist. Ansonsten droht schnell eine Abmahnung oder gar ein Prozess.





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