16.03.2011

Erster Erfolg gegen Cyberbullying-Seite - Was Sie als betroffene Eltern tun können.

Die Mobbing- und Laster-Seite iShareGossip (ich berichtete) ist mittlerweile wieder erreichbar. Aber es lohnt sich, gegen die Betreiber und auch gegen diejenigen, die hier beleidigen und mobben, vorzugehen. Hier sind die Eltern der betroffenen Schüler besonders gefordert:

Eine Mutter berichtet über einen Erfolg gegen die Seite und zeigt die Schritte auf, die zu diesem Erfolg geführt haben. Wichtig scheint mir, noch einmal darauf hinzuseisen, dass Sie zuallererst mithilfe von Screenshots und/oder Ausdrucken - gegebenenfalls unter Zeugen - Beweise sichern sollten.
"Liebe Eltern,

seit dem 07. März 2011 habe ich Kenntnis von der Internetseite isharegossip.com, da meine Tochter dort mit über 400 Kommentaren denunziert wurde.

Ich möchte allen Eltern und Betroffenen Mut machen, sich meiner Vorgehensweise anzuschließen, da ich einen ersten Etappensieg erzielen konnte: der Thread (= Diskussionsbeitrag) wurde gelöscht; nun ist das Ziel die Seite komplett vom Netz zu ziehen.

Wenn ein Eintrag bezüglich Ihres Kindes ein Ausmaß angenommen haben sollte, dass Sie oder Ihr Kind sich damit schlecht fühlt. Sie haben sicherlich schon erfahren, dass Sie Strafanzeige gegen unbekannt erstatten (sollten Sie die Namen derer die gepostet haben nicht kennen) und Strafantrag gegen den Betreiber der Internetseite stellen sollen. Dies können Sie bei jeder Polizeiwache tun, jedoch bitte unbedingt den betreffenden Thread vorher kopieren, sich abspeichern und die Ausdrucke als Beweis mitnehmen.


Erste Schritte:


stehen Sie jetzt Ihrem Kind bei. Sprechen Sie mit ihm. Stärken Sie es zur Schule zu gehen. Vereinbaren Sie ggf. einen Termin mit der Schulpsychologie. Ihr Kind muß wissen, das daa kein Schülerstreich ist.


1. Lehrer und Schulleitung informieren, Kopien dieses Threads an die Schule weiterleiten

Die Schulen sollten ebenfalls Strafanzeigen erstatten, um den Ruf der Schule zu wahren.

2. Strafanzeige (Beleidigung, Verleumdung) bei jeder Polizeiwache erstatten gegen unbekannt oder, im Idealfall, gegen diejenigen, die dort Ihr Kind denunziert haben.


3. Strafantrag stellen (entweder auch bei der Wache oder postalisch an die unten genannte Adresse)


“Hiermit stelle ich als Erziehungsberechtigte der/des Verletzten ….(Name des Kindes+

Geburtsdatum) Strafantrag aus allen rechtlichen Gründen gegen den Betreiber der Internetseite isharegossip.com.”

Ihre Unterschrift”


postalisch an folgende Adresse schicken:


Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main
ZIT* Außenstelle Gießen
Ostanlage 7
35390 Gießen
(unbedingt auch hier die Kopien des gesamten Diskussionsbeitrages mitschicken!)
*ZIT-Zentralstelle für Bekämpfung der Internetkriminalität

4. nehmen Sie Kontakt mit dem Arbeitskreis isharegossip in Hamburg auf:


Mobbing-Zentrale Arbeitskreis IShareGossip
Postfach 52 03 01
22593 Hamburg
Tel. 040/219 83 289

Frau Rolf

5. Löschung der Postings fordern


E-Mail an: abuse@isharegossip.com mit Anhang eines Screenshots der Seite + betreffene Beiträge


“Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin der/die erziehungsberechtige Mutter/Vater von ….(Namen des Kindes).


Auf der von Ihnen betriebenen Internetseite wird meine Tochter/mein Sohn in ihren/seinen Persöhnlichkeitsrechten verletzt. Ich habe Strafanzeige erstattet und Strafantrag gestellt und behalte mir eine Schmerzensgeld und Schadensersatzforderung für meine Tochter/meinen Sohn vor.

Ich erwarte von Ihnen, das Sie alle Beiträge bezüglich meiner Tochter/meines Sohnes sofort löschen und gebe Ihnen hierzu eine Frist von 24 Stunden.


Unterschrift"


Bis hierhin bin ich indessen so vorgegangen und habe die Löschung erreicht.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft und Mut. Und denken Sie daran: Stärken Sie ihr Kind.

Uns allen viel Erfolg.

Viele Grüße"

1 Kommentar:

  1. Hallo Herr Dosch,

    vielen Dank für die Veröffentlichung. In unserem Juristischen Fachausschuss haben wir beschlossen diesen und weitere Fälle zu übernehmen und Schadensersatzklagen gegen die Poster, Betreiber der Seite und den Provider zu führen, die pro Fall zwischen € 50.000 und € 70.000 wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechtes liegen werden. Die Fälle werden vom Vorsitzenden Frank Jansen mit Prof. Alenfelder geführt.

    Alle Eltern von Betroffenen sollten sich unbedingt beim Arbeitskreis IShareGossip melden. Wir nehmen hier jeden Fall auf und prüfen, ob er Schadensersatz begründet.

    Inzwischen sind auch drei Täter namentlich bekannt. In der Schulklasse hat die Polizei mit den Schülern am Thema Cyber-Mobbing gearbeitet. Die Täter wissen jetzt zwar, was strafrechtlich auf sie zukommt, das jedoch hat keine Auswirkung auf die zivilrechtlichen Ansprüche der Opfer.

    Hier müssen wir uns überlegen, wie wir zeitlich auch das Thema Haftung in die Schulen bekommen. Vielleicht sollten wir dazu einen Aufklärungsfilm machen, der dann in Schulen vorgeführt werden kann. Jansen und Ahlenfelder werden kaum die Zeit aufbringen können, selbst in die Schulen zu gehen, denn jetzt müssen die Klagverfahren auf den Weg gebracht werden.

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