10.05.2011

Chaplin-Stummfilme nur mit Original-Musikbegleitung

Das Heidelberger DAI (Deutsch-Amerikanische Institut) ist bekannt für ein interessantes und breit gefächertes Programm. Von der Autorenlesung über die Halloween-Party bis hin zu politischen Veranstaltungen ist hier alles vertreten. Bislang gab es auch häufiger Stummfilme von Charlie Chaplin mit Live-Musik zu sehen und zu hören, wobei die Musik neu arrangiert wurde. Damit ist jetzt wohl Schluss, wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet.

Die "Association Chaplin" - gegründet, um Chaplins Werk zu schützen - meldete sich nämlich bei den Verantwortlichen und untersagte die Aufführungen, wenn nicht die Originalkompositionen verwendet würden. Teilweise werden sogar bestimmte Dirigenten für die Aufführung gefordert. So steht in einer Broschüre (pdf), in der die Bedingungen für Live-Vorführungen beschrieben sind zum Film "Modern Times":
"Only available for certain conductors, due to the difficulty of synchronizing the very fast score with the images" 

Weitere Filme, die nach diesen Bedingungen live aufgeführt werden können, sind Goldrausch, Der Zirkus, Lichter der Großstadt, Die feinen Leute - nur zusammen mit Der Vagabund und das Kind, Die Nächte einer schönen Frau, Zahltag und einige Kurzfilme.

Das Recht, solche Einschränkungen zu machen, stammt zumindest im deutschen Raum aus § 23 UrhG (Urheberrechtsgesetz), nach dem Bearbeitungen eines Werks nur mit Einwilligung des Urhebers veröffentlicht werden dürfen. Ein Neu-Arrangement eines Musikstücks stellt eine solche Bearbeitung dar.

Das DAI will sich daran halten und von nun an die Filme nur noch mit Musik aus der Konserve (sprich: von CD) aufführen. Schade, findet das DAI, dass so eine Fortentwicklung des Werks nicht mehr möglich ist. Dem kann ich mich - zumindest aus künsterlischer Hinsicht - nur anschließen.

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