26.06.2011

...und die Musik- und Film-Industrie wundert sich noch...

Ich bin kein großer CD- und DVD-Käufer, aber manche Scheibe muss ich mir dann doch kaufen. Und wundere mich dann nicht mehr, dass das - nach Angaben der Musik- und Film-Industrie - immer weniger Leute machen und sich die gewünschten Lieder oder Streifen lieber im Netz suchen (und dadurch Schäden "in Billionenhöhe" verursachen).

Das liegt einfach auch vielleicht daran, dass den Produkten eindeutig das Herz und an vielen Stellen auch an Hirn fehlt. Und ich meine jetzt nicht die Musik oder den Film an sich. Sondern vielmehr das Drumherum. Hier zwei aktuelle Beispiele:

Beispielsweise die DVD von gestern Abend, die ich gekauft hatte. Im Laufe des Films wollte ich einfach wissen, wer die Stimmen der Darsteller synchronisiert hat. Das ist bei einem Animationsfilm ja keine fern liegende Information und würde sicherlich auf dem Cover stehen, so meine hoffnungsvolle Annahme. Doch Pustekuchen. Abgesehen davon, dass es keinen Beileger gab, war auch das Cover selbst nicht sehr hilfreich. Nur eine kurze Inhaltsangabe und ein paar technische Infos. Und sogar auf der DVD selbst - keine Spur von den Namen (geschweige denn von Extras, die diesen Namen auch verdienen).

Wäre es denn so teuer, einen schönen Beileger zu machen? Die paar Cent mehr würde ich für eine schöne und werthaltige Aufmachung gerne zahlen. Immerhin bieten die DVD-Verpackungen doch auch mehr Platz als beispielsweise die von CDs, denen immer noch frickelig kleine Blätter beiliegen, auf denen man häufig aufgrund mangelhafter Druckqualität nicht einmal die Texte ordentlich lesen kann (ein weiterer Grund, weswegen ich immer noch zur Fraktion der Vinyl-Liebhaber zähle.)

Oder aber das neueste Beispiel für eine CD: Es ist ein Werk eines von mir überaus geschätzten Künstlers, der eine Platte voller Cover-Versionen vorlegt. Manche der Originaltitel kannte ich schon, andere sind mir völlig unbekannt. Teilweise kenne ich nicht einmal die Künstler.

Wie schön wäre es gewesen, hätte es eine Ausgabe der CD gegeben, in der beide Versionen Seit an Seit veröffentlicht worden wäre. Klar, hätte man da einen Haufen Rechte klären müssen, aber das wäre wirklich ein Produkt gewesen, für das ich sehr gerne gezahlt hätte. So ist es immer noch eine gute Platte - aber der letzte "Kick" fehlt mir einfach.

Es gibt noch viele Beispiele, doch diese beiden sollen erst einmal ausreichen. Vielleicht wollen Sie, verehrter Leser, ja den Verlagen noch ein paar gute Tipps geben. Damit´s auch wieder mit dem Verkaufen klappt. Die Kommentare sind offen.

[Update 27.06.2011]
Nach dem Hinweis eines Lesers habe ich diesen launigen Artikel mit einer wirklich sehenswerten Grafik (danke, Herr Schade, für den Tipp) gefunden.

Wenn Sie eine Frage zum Artikel haben...

...stellen Sie sie mir doch einfach:

Sebastian Dosch

Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht

Fon: 06221 8713-400

E-Mail: kanzlei@dosch-digital.de
Skype: kLAWtext

2 Kommentare:

  1. Das sind ja eher kleine Probleme, die man meist eh besser übers Netz löst.

    Was mich aber an Kauf-DVDs am meisten stört, ist die minutenlange Werbung gegen "Raub"kopien. Man kann sie nicht wegschalten, man verschwendet Zeit. Und dafür bezahlt man auch noch. Recht perfide...

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  2. Mal ein Beispiel: als Jugendlicher hab ich alle Computerspiele erstmal "einfach so" getestet. Die schlechten kamen in die Tonne. Die guten hab ich wegen den Feelings (Packung, Karten, etc. etc. - richtig viel geiler Schnickschnack) dann fürs Taschengeld gekauft. Ich war kein schlechter Kunde. Wenn der Schnickschnack fehlt oder öd ist, kauft man nur noch, weil man der letzte Leuchtturm in einer ungerechten, verdorbenen Welt sein will. Blink, fiep...ach, ich gebs auf. Hoffentlich zahlt man dabei nicht auch online: die Daten sind ja sogar für lustige Kids ausspähbar.

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