17.12.2012

Abofallen-Inkassofirma mit Waffengewalt überfallen

Das ist ja eine komische Geschichte. Da wird ein Inkasso-Unternehmen unter Waffengewalt überfallen, eine Frau und ein Wachmann gefesselt und dann Unterlagen und Festplatten entwendet.

Auf dem Foto bei op-online sieht man deutlich das Logo der Deutsche Internetinkasso GmbH DIG. Dazu passt auch die Information, die Firma läge „im östlichen Industriegebiet“ von Heusenstamm, in der Straße "Im Seligenstädter Grund". Denn die DIG Deutsche Internetinkasso GmbH sitzt im Seligenstädter Grund 3 in 63150 Heusenstamm. Mutmaßlich handelt es sich also um diese Firma.

Die DIG ist bekannt, da sie Forderungen so genannter Abofallen einzutreiben versucht, z.B. für
Das Städtchen Heusenstamm liegt zwischen Frankfurt und Rodgau - und Rodgau ist auch so ein Städtchen, das mit einigen der genannten Firmen und damit mit dem Begriff Abofalle in Verbindung gebracht wird.
Jetzt möchte ich natürlich wissen, ob die Daten meiner Mandanten davon betroffen sind, und werde mal einen kleinen Brief schreiben. Auch wenn nach § 42a BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) die Firma eigentlich von sich aus auf meine Mandanten zugehen müsste - ist sie danach doch verpflichtet, derartige (Über-)Fälle unverzüglich der zuständigen Aufsichtsbehörde sowie den Betroffenen mitzuteilen.

Mein Mitgefühl gilt den beiden überfallenen Personen, denen es hoffentlich gut geht.

Mehr zum Thema Abofallen finden Sie hier unter dem Schlagwort Abo-Falle.


Wenn Sie eine Frage zum Artikel haben...

...stellen Sie sie mir doch einfach:

Sebastian Dosch

Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht

Fon:
0176 21812206
E-Mail: kanzlei@dosch-digital.de
Skype: kLAWtext

Kommentare:

  1. Das war zu erwarten. Gesetzgeber und Justiz nehmen sich den Abmahnmissbrauch nur widerwillig an. Gesetzliche Regelungen werden nur ungenügend durchgesetzt. Das Urheber und Leistungsschutzrecht ist völlig unausgewogen.
    Irgendwann klickt dann mal ein Opfer aus.

    LG Peter

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dem kann ich nur beipflichten.
      Man erinnere sich an eine Berliner Firma, welche das Handling von Ltds anbietet: Herr E. ist seit Monaten für die Staatsanwaltschaft unauffindbar, die Hotlines werden dennoch nicht abgeschaltet - und so erwerben die Kunden weiterhin die recht zweifelhaften "Dienstleistungen" dieser Firma...
      Zumindest ein Verfahren ist mir hier bekannt, was derweil seit drei Jahren vor sich "hindümpelt"....

      Löschen
  2. in deren Falle bin ich im Januar auch reingetappt. Tag später hab ich es gemerkt und sofort widerufen per Einschreiben mit Rückschein. Hat aber I Content GmbH nicht interessiert. Dann im August von dieser DIG die angeblich offenen Forderungen angemahnt. Ich hab selbstverständlich nicht reagiert. Von der Verbraucherschutzzentrale nur gut gemeinte Ratschläge bekommen, sonst keine Hilfe.

    AntwortenLöschen
  3. Das wundert nicht - die Kosten von Abmahnungen und Abofallen können gerne mal eine Existenz ruinieren. Nicht jeder hat mal eben 1000€ locker oder hätte die mühsam erputzten oder erstraßenbauten 1000€ dann für was anderes ausgegeben. Und bei den Mengen an abgemahnten und abgezockten Menschen ist es ein Wunder, dass Abmahnanwälte & Co nicht häufiger nachts auf der Straße verdroschen werden.

    AntwortenLöschen
  4. Mein Mitleid hält sich auch in Grenzen.

    Ist halt Berufsrisiko für (leider legale) Betrüger.

    AntwortenLöschen
  5. völlig in ordnung, also passend zum system. also wundern tun sich nur die blinden darüber. es wird noch gröber, keine bange ^^
    tom

    AntwortenLöschen
  6. Ich wette ebenso in ein paar Jahren wird es noch um einiges lustiger aussehen... auch wenn ich kein Abofallen-Opfer bin, verspüre selbst ich tiefe Abscheu gegen Leute die auf so widerwärtige und asoziale Weise ihr Geld verdienen, einschlägige Abmahnanwälte & -Kanzleien eingeschlossen.

    Daumen hoch dem bösen bösen Festplatten-Räuber welcher die "Eier" (und/oder Verzweiflung) hatte eine solche Kommandoaktion durchzuführen.

    Aber auch nur weil er ohne physische Kollateralschäden vorging. Ich hoffe die Angestellten stehen nicht zu sehr unter Schock.

    AntwortenLöschen
  7. Tja, wenn jemand abgezockt wird und diese Firma treibt das Geld ein, braucht sie sich nicht wundern wenn jemand genug abgewi.... ist um sich dem zu entziehen.

    Wenn solche Firmen pech haben, dann erwischen die einen Amokläufer. Ich würde bei so einer Firma nicht arbeiten wollen. Nicht nur aus ethischen Gründen, das Ganze würe mir einfach zu heiß!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es müsste eine Webseite geben, auf der die Angestellten solcher Abmahnanwälte, Inkassofirmen und der Mandanten mit Klarnamen und wenn bekannt Adresse und wenn existent Foto angeprangert werden.

      Das würde evtl. dafür sorgen, dass diese drei Unternehmen es schwer haben Angestellte zu finden...

      Löschen
  8. Die armen "Angestellten" hat doch keiner gezwungen diesen "Job" zu machen. Als ob DIE nicht wüssten was in der "Firma" abgeht. Eine Angestellte und DIE Menge an Briefen jeden Tag. Kommt das noch einem Leser komisch vor...?
    Wenn die Polizei da schon mal vor Ort ist bzw. war, haben die wenigstens den Rest mitgenommen? Für mich hört sich das nach nem Fake an um in einem gerichtlichen Verfahren keine Dokumente vorlegen zu müssen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Man muss auch kein Mitleid mit den Gestalten haben, die in den TV-Berichten über Betrügerfirmen die Türe einen Spalt breit öffnen.

      Diese aaarmen kleinen Angestellten sollte man genau so strafrechtlich verfolgen wie die Chefs mit dem 600.000-Euro-Auto (da war doch so ein Fall).
      Auch wenn die nur 400 Euro für 40h/Woche bekämen, und drei Kinder haben, die sollten als abschreckendes Beispiel "gerichtet" werden...

      Dann hätten es diese Firmen schwer Angestellte zu finden, bzw. bei den ersten Anzeichen von "hier stimmt was nicht", würden die aus Selbstschutz den Laden verlassen. Evtl. sogar noch Unterlagen mitgehen lassen, um sie Polizei/Staatsanwaltschaft zukommen zu lassen.

      Löschen
  9. Mitgefühl den Gefesselten, Respekt für den Täter. In diesem Zusammenhang stört mich das Wort Geld "verdienen": diese Schutzgelderpresser "verdienen" kein Geld, sie nehmen es!

    Tja,die Statistik lehrt, dass man bei der Masse an Abzockversuchen auch mal den Falschen am Haken hat, der dann handelt statt sich zu ducken. Diese Kriminellen leben halt gefährlich, wenn sie sich dem Verbrechen zuwenden, so ist das in diesen Kreisen ...

    AntwortenLöschen
  10. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Sowas passiert halt, wenn die Schere zwischen Recht und Gerechtigkeit zu weit auseinanderdriftet. Da gibt es dann halt Leute, die das selbst in die Hand nehmen.

    AntwortenLöschen
  11. Mafiawars :) Recht so.

    AntwortenLöschen
  12. Das ganze weist doch einige Ungereimtheiten auf. Wer riskiert eine Anklage wegen schweren Raubes, Körperverletzung und Freiheitsberaubung für ein paar Informationen, die noch nicht mal vor Gericht verwertbar wären? Auch wenn der Überfall in den Abendstunden stattfand: Warum hatte der Täter soviel Zeit die Festplatten aus den PCs auszubauen ? Oder lagen die da zufällig zur "Abholung" bereit ? Da stellt man sich doch ernsthaft die Frage, wer mehr davon hat; derjenige der die Informationen besitzt, oder derjenige, der sie nun nicht mehr hat ......
    BTW: Herr Dosch, haben Sie schon eine Reaktion auf Par. 42a von der DIG bekommen?

    AntwortenLöschen
  13. Es wird an der Zeit dieses abmahner und inkasso Gesindel, einen Strich durch die Rechnung zu machen.
    Ich habe auch keinerlei Mitleid mit Leuten, die für diese Verbrecher arbeiten.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über Ihre Kommentare. Bitte halten Sie sich aber an die Netiquette - keine Beleidigungen, keine Beschimpfungen, keine rassistischen, sexistischen oder sonstwie diskriminierenden Äußerungen, bitte. Ich behalte mir vor, Kommentare zu kürzen oder zu löschen und weise darauf hin, dass die in Kommentaren geäußerten Ansichten nicht unbedingt meinen entsprechen.